Im Augsburger Maximilianmuseum

Der Presseclub zu Gast beim Zarensilber

30. 04. 2008

Wenn im 21. Jahrhundert Minister und Regierungschefs auf Reisen gehen, haben sie meist Wirtschaftsverträge oder Zusagen für Entwicklungshilfe im Gepäck. Vor 500 Jahren war das anders. Europas Herrscherhäuser setzten auf spektakuläre und wunderschöne Geschenke, wenn ihre Gesandten die russischen Zaren besuchten: wertvolle Pokale, Kaminschirme, Humpen und Trinkschiffe aus Silber, kunstvoll hergestellt in den Werkstätten der Augsburger Goldschmiede. 

Über Jahrhunderte hinweg sammelten die Zaren das Augsburger Silber in der Rüstkammer des Moskauer Kremls. Erstmals in der Geschichte kehrten 70 Exponate nach Augsburg zurück – ins Maximilianmuseum zu einer ebenso spektakulären wie sehenswerten Ausstellung. Rund 40 Kunst interessierte Mitglieder des Presseclubs folgten der Einladung von Dr. Christoph Emmendörffer, Leiter des Museums, zu einer Sonderführung. Nicht nur die handwerkliche Kunst und der glanzvolle Prunk der heutzutage nahezu unbezahlbaren Silberschätze erstaunten die Presseleute. Auch die Geschichten, die sich um diese „Glanzstücke der Diplomatie“ rankten und die Dr. Emmendörffer beim Rundgang erzählte, begeisterten. Mit der Kunst der Augsburger Silberschmiede wurde also durchaus große Weltpolitik gemacht. Und man könnte sich vorstellen, dass sich auch heute noch die Mächtigen dieser Erde mit derart prächtigen Geschenken besänftigen ließen. Vielleicht auch die sturen Herrschaften im fernöstlichen China? Für die Mitglieder des Presseclubs war es auf alle Fälle ein rundum gelungener und spannender Ausflug in die Geschichte. Der lange Beifall für den Hausherrn bewies es.

Audio-Podcast „Zarensilber” (5 MB)