Franz Maget:

Der sportliche Ehrgeiz treibt ihn an

06. 03. 2007

Für Franz Maget, den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, und seinePartei standen die Zeichen selten so günstig. Die CSU liefert derOpposition mit ihren Machtkämpfen Mal um Mal ein gefundenes Fressen.Dennoch tritt die SPD auf der Stelle: Wären jetzt Landtagswahlen, siekäme laut neuesten Umfragen auf enttäuschende 19 Prozent. Franz Magetverliert deshalb nicht den Mut. Im Kampf David (SPD) gegen Goliath(CSU) treibe ihn der sportliche Ehrgeiz an, sagte der 53-Jährige imAugsburger Presseclub.

„Wenn, dann gscheit”, lautet ein Lebensmotto von Franz Maget. Und: „Einmal Löwe, immer Löwe.” 1860 München, die Löwen, sind Magets große Leidenschaft neben der Politik. Als Achtjähriger sah er sie im Grünwalder Stadion, danach war es um ihn geschehen. Treuer Fan geblieben ist er bis heute. Ehrensache, dass er beim Zweitliga-Derby 1860 München gegen den FC Augsburg am 16. März in der Allianz Arena seinem Lieblingsverein die Daumen drückt. Vor den Augsburgern hat er gleichwohl Respekt: „Den Einsatz, den der FCA kürzlich gegen Greuther Fürth gezeigt hat, möchte ich mal von meinen Löwen sehen”, verriet er den Moderatoren Jörg Sigmund und Josef Karg.

Einsatz, Leidenschaft, Durchhaltewillen: Franz Maget, der gelegentlich als Rechtsaußen in der Landtags-Fußballmannschaft kickt, verlangt sich und anderen einiges ab. „Es soll nicht so einfach sein, mit mir zu arbeiten”, räumt er ein. Auch die Oppositions-Arbeit gestalte sich oftmals schwierig, zumal im Freistaat, wo sich die CSU alles unter den Nagel gerissen habe. Maget spricht von einer „Ein-Parteien-Herrschaft”. Und die will er bei der Landtagswahl 2008 endlich beenden, der CSU die absolute Mehrheit nehmen. „Der Mythos CSU fängt an zu brechen”, ist sich Maget sicher. Bis es soweit ist, müsse man sich aber gedulden. In der Politik sei es eben wie im Fußball: „Du kannst nicht immer nach vorne spielen.”

Weitere Zitate Magets:
zu einer Regierungsübernahme nach der Landtagswahl 2008 durch eine Koalition von SPD, FDP, Grünen und Freien Wählern: „Wir sind weit davon entfernt. Uns eint aber das Ziel, die politischen Gewichte in Bayern zu verschieben.”
zur Familienpolitik: „Mir ist keine Kinderkrippe lieber als die Erziehung zu Hause. Ich will nur, dass sich Eltern frei entscheiden können, - ganz unideologisch.”
zur Bildungspolitik: „Ich bin für eine längere gemeinsame Schulzeit, die Selektion nach der vierten Klasse ist einfach zu früh.”
zur Notwendigkeit umweltfreundlicher Autos: „Die Industrie muss mehr tun. Wenn unsere Autos in zehn Jahren als technisch überholt gelten, dann sind wir die Verlierer.”
zu Günther Beckstein: „Von der Persönlichkeit her ist Beckstein nicht strahlender als Stoiber.”

Daniel Wirsching
Foto: Fred Schöllhorn