Jens Wiemken, Diplom-Pädagoge:

Killerspiele machen nicht zwangsläufig gewalttätig

16. 02. 2007

Augsburg (kjf) Computerspiele üben eine Faszinationauf Kinder und Jugendliche aus – auch, weil es dort glasklare Regelngibt, die unweigerlich eingehalten werden. „Bei vielen Computerspielengibt es einen Punkt, an dem fliegt man unwiderruflich raus. Diese klareKonsequenz wird von Kindern geschätzt“, so Jens Wiemken,Diplom-Pädagoge aus Vechta in Niedersachsen und Spezialist fürBildschirmspiele aller Art.

Er fordert, dass sich Erwachsene in ihrem Verhalten mehr an dieser klaren Konsequenz orientieren sollten. Bei einer Veranstaltung des Augsburger Presseclubs im Holbeingymnasium sprach Wiemken über Chancen und Risiken von Computerspielen – und seiner Meinung nach überwiegen die Chancen. „Wir in Deutschland sehen eher das Negative, in anderen Ländern wie Amerika sieht man die Chance, dass man Computerspiele auch zum Lernen nutzen kann.“
Dürfen wir unseren Kindern Computerspiele überhaupt erlauben? Die Frage von Winfried Karg von der Katholischen Jugendfürsorge und Moderator der Veranstaltung beantwortete Wiemken mit einem eindeutigen „Ja“. Er empfiehlt sowohl Eltern wie Lehrern sich mit Computerspielen zu beschäftigen, um zu wissen, was die Kinder da treiben.
Exzessive Gewaltdarstellungen schätzt Wiemken genau so wenig wie viele andere Menschen. Er machte aber deutlich, dass er andere Grenzen sieht als viele Besucher der Veranstaltung. Generell solle man den Tod nicht ausblenden aus dem Leben, und dass Kinder seit Generationen Räuber und Gendarm spielten sei auch nicht frei von gewalttätigen Aspekten. Kinder könnten sehr gut zwischen Fiktion und dem richtigen Leben unterscheiden, so Wiemken. Ob das Ansehen von Gewaltdarstellungen oder gar die Teilnahme daran bei Bildschirmspielen dazu führe, dass ein Mensch gewalttätig werde, sei nach wie vor unter Fachleuten umstritten. Eine Vielzahl von Studien komme zu unterschiedlichsten Ergebnissen, eine negative Wirkung sei bisher nicht nachgewiesen. Auch mit einem weit verbreiteten Vorurteil räumte Wiemken auf: bei einem Computerspiel vereinsame der Mensch genausowenig oder genausoviel wie beim Lesen eines Buches oder beim Angeln.

Winfried Karg
Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V.

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